"Da geht noch was"

Es gibt viele Gründe einen fehlenden Berufsabschluss nachzuholen. Klar ist: Es ist nie zu spät dafür, und die Verdienstmöglichkeiten und Karrierechancen sind mit Abschluss sehr viel größer.

Stefan Schütz (40) aus Beselich im Kreis Limburg-Weilburg fragte sich irgendwann auch „Geht da beruflich noch was?“ Vor 17 Jahren kam der gelernte Holzmechaniker zum Wiesbadener Unternehmen Breitkopf & Härtel, dem ältesten Musikverlag der Welt. Als Quereinsteiger arbeitet er seitdem am Standort Taunusstein im Lagerbereich. Jetzt wurde er zum stellvertretenden Lagerleiter befördert und wird in vier Jahren, im Rahmen einer internen Nachfolgeregelung, sogar die Lagerleitung übernehmen. Möglich gemacht hat das der nachgeholte Berufsabschluss als Fachkraft für Lagerlogistik. Damit konnte er die noch fehlenden theoretischen Fachkenntnisse erwerben und die notwendige formale Qualifikation nachweisen.

Im Gespräch erzählt Stefan Schütz, was ihn motivierte und wie das Nachholen geklappt hat.

„Mir war schnell klar, ja, da geht noch was beruflich – wenn ich etwas dafür tue und mich weiterbilde.“, erzählt der Vater zweier Töchter. Dabei hatte Schütz anfangs etwas ganz anderes im Sinn; einen Zertifikatslehrgang beispielsweise. Er begann sich schlau zu machen und stieß im Internet auf die hessische Initiative ProAbschluss, die das Nachholen eines Berufsabschlusses unterstützt. „Ohne die Information über die Initiative ProAbschluss und die Förderung über den Qualifizierungsscheck hätte ich diesen Weg vielleicht nie beschritten“, betont Schütz. Immerhin die Hälfte der Kosten für die Weiterbildungsmaßnahmen sowie unter anderem die kostenlose  individuelle Beratung durch Beratungskräfte der Initiative Proabschluss  erfolgen  aus Mitteln des Landes Hessen und des Europäischen Sozialfonds. „Dankbar bin ich aber auch meinem Arbeitgeber Breitkopf & Härtel, der mich während der Maßnahme sehr gut unterstützt hat.“

Die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung neben Beruf und Familie war nicht immer einfach, hebt Schütz hervor. Von Vorteil sei aber gewesen, dass es sich bei der Maßnahme um einen sehr begrenzten Zeitraum handelte. „Es waren eben nicht drei Jahre Lehrzeit, sondern nur acht Monate berufsbegleitende Weiterbildung und Prüfungsvorbereitung. Schließlich musste ich aufgrund meiner beruflichen Erfahrung nicht ganz von vorne anfangen.“ Die größte Herausforderung lag für ihn darin, nach so langer Zeit wieder in einen klassischen Lernmodus zu kommen. Dass ihm das sehr gut gelungen ist, zeigt das Ergebnis. Mit der Gesamtnote „Sehr gut“ hat er als Jahrgangsbester der IHK Limburg seine Prüfung bestanden.