Weiterbildungseinrichtungen, die passgenaue Angebote zur Nachqualifizierung anbieten, bilden die Basis für den Erfolg der Initiative ProAbschluss.
Gemeinsam mit der Teilnehmerin oder dem Teilnehmer entscheiden die ProAbschluss-Beratungskräfte, für welche Maßnahmen bzw. bei welchen Anbietern der Qualifizierungsscheck eingelöst werden kann.

Sie möchten als Bildungseinrichtung Teil der hessenweiten Initiative ProAbschluss werden? Welche weiteren Voraussetzungen zu erfüllen sind und wie Sie den ProAbschluss Qualifizierungsscheck abrechnen können, lesen Sie hier:

 

Qualifizierungsscheck annehmen und abrechnen - so geht's:

Annahme des Qualifizierungsschecks

Nach Erhalt des Qualifzierungsschecks bucht die bzw. der Teilnehmende eines der auf dem Qualifzierungsscheck aufgedruckten Angebote direkt beim Bildungsanbieter und händigt ihm den unterschriebenen Scheck gegen eine Empfangsbestätigung aus.

Wichtig: Die Maßnahme muss innerhalb von 6 Monaten nach Ausstellung des Qualifzierungsschecks und darf nicht vor dem Ausstelldatum beginnen!

Eigenanteil der/des Teilnehmenden in Rechnung stellen

Der Bildungsanbieter stellt der teilnehmenden Person bzw. dem Arbeitgeber, sofern dieser die Kosten übernimmt, den Eigenanteil in Rechnung. Dabei sind die Regelungen hinsichtlich der evtl. anfallenden Umsatzsteuer zu berücksichtigen.
Wenn der Bildungsanbieter mit der bzw. dem Teilnehmenden eine Ratenzahlulng vereinbart hat, sind Teilabrechnungen des Förderbetrages zwischen Bildungsanbieter und Weiterbildung Hessen e.V. möglich. Eine Auszahlung der Fördermittel kann jedoch nur erfolgen, wenn die Zahlung des Eigenanteils in gleicher Höhe nachgewiesen wird.

Abrechnung der verbliebenen 50% mit Weiterbildung Hessen e.V.

Nach Erhalt des Eigenanteils bzw. der einzelnen Raten rechnet der Bildungsanbieter den Qualifzierungsscheck mit Weiterbildung Hessen e. V. ab. Dazu müssen folgende Unterlagen eingereicht werden:

  1. Der von der bzw. dem Teilnehmenden unterschriebene Qualifzierungsscheck.
  2. Anschreiben an Weiterbildung Hessen e. V. mit der Bitte um Begleichung von 50 Prozent der zuwendungsfähigen Gebühr bis zur Höchstfördersumme von 4.000,- Euro. Hier sind neben der Veranstaltungsgebühr ggf. auch weitere Rechnungsposten, z. B. Ermäßigungen, Skonti, Unterkunfts- und Verpflegungskosten aufzuführen. Unterkunfts- und Verpflegungskosten sind nicht förderfähig und müssen ggf. getrennt von den Maßnahmekosten angegeben werden.
  3. Nachweis über den Betrag des Eigenanteils durch eine Kopie der Kundenrechnung.
  4. Nachweis über die Zahlung des Eigenanteils der bzw. des Teilnehmenden bzw. des Arbeitgebers in Form eines Kontoauszugs.
  5. Veranstaltungsangebot, aus dem Gebühr, Titel bzw. Inhalt, Beginn und Ende der Maßnahme hervorgehen.
  6. Bescheinigung über die „erfolgreiche“ oder „nicht erfolgreiche“ Teilnahme an der Nachqualifizierungsmaßnahme. Der Bildungsanbieter erhält den Zuschuss in Höhe des gezahlten Eigenanteils auch bei nicht erfolgreicher Teilnahme.

Die Rolle des Bildungscoaches bei der Auswahl der Maßnahmen

Voraussetzung für die Ausstellung eines Qualifzierungsschecks ist eine Teilnahme des bzw. der Beschäftigten an einer kostenlosen persönlichen Beratung. Die Beratung erfolgt durch vom Hessischen Wirtschaftsministerium zugelassenen Bildungscoaches. Wenn die Fördervoraussetzungen erfüllt sind, sucht der Bildungscoach gemeinsam mit der bzw. dem Beschäftigten bis zu drei passende Nachqualifizierungsmaßnahmen bzw. Anbieter. Nur diese Maßnahmen bzw. Anbieter dürfen gebucht und können für die Förderung berücksichtigt werden. Für Bildungsanbieter empfiehlt es sich daher, Ihre Kursangebote in die Hessische Weiterbildungsdatenbank einzustellen und ggf. die Bildungscoaches über ihre Angebote zu informieren.

Voraussetzungen für die Förderung von Maßnahmen

Durch ProAbschluss werden Weiterbildungsmaßnahmen gefördert, die zu einem Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz  (BBiG) oder dem Gesetz zur Ordnung des Handwerks (HwO) hinführen. Die Maßnahmen müssen von einem zertifizierten Bildungsanbieter durchgeführt werden. Anerkannt sind nationale und internationale Bildungsanbieter, die eine in Deutschland anerkannte Zertifizierung für Bildungseinrichtungen vorweisen können.

Anerkannte Zertifizierungen sind:

  • Bildungs-Qualitäts-Management (BQM)
  • Dachverband der Weiterbildungsorganisationen e.V. (DVWO)
  • European Foundation for Quality Management (EFQM)
  • Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung (GAB)
  • Gütesiegelverbund Weiterbildung e.V.
  • ISO 19796-1 International
  • ISO 29990 International
  • ISO 9001 International
  • Lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung (LQW)
  • Qualitätsentwicklungssystem QES-plus
  • Qualitätsgemeinschaft Berufliche Weiterbildung Region Köln e.V.
  • Qualitätsentwicklung im Verbund von Bildungseinrichtungen (QVB)
  • Weiterbildung Hamburg e.V.
  • Weiterbildung Hessen e.V.
  • Wuppertaler Kreis e.V.
  • Zentralverband Aus- und Weiterbildung in Mecklenburg-Vorpommern e.V. (ZAW in M-V e.V.)
  • Zulassung der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU)

Eine Weiterbildungsmaßnahme im Sinne des Förderprogramms „Qualifizierungsscheck“ ist grundsätzlich jede Maßnahme, die inhaltlich in sich abgeschlossen ist sowie einzeln gebucht und einzeln bezahlt wird. Dabei sind grundsätzlich auch Inhouse-Schulungen in Unternehmen förderfähig.

Bündelung von Maßnahmen
Es ist möglich, mehrere verschiedene Maßnahmen bei demselben Weiterbildungsanbieter zu bündeln und hierfür einen Qualifizierungsscheck einzusetzen. Voraussetzung für ein solches  Maßnahmenbündel ist, dass alle Maßnahmen zum Weiterbildungsziel passen und innerhalb der Gültigkeitsdauer des Qualifzierungsschecks (6 Monate nach der Ausstellung) begonnen werden. Die gebündelten Maßnahmen müssen mit einer Rechnung abgerechnet werden.

Modularer Aufbau von Maßnahmen
Es ist aber auch die Förderung von Teilabschnitten auf dem Weg zu einer abschlussbezogenen Qualifizierungsmaßnahme möglich. Dabei können einzelne Teilabschnitte von unterschiedlichen Weiterbildungsanbietern angeboten werden. Die jeweiligen Teilabschnitte (Module) können nacheinander oder parallel stattfinden und werden jeweils über einen eigenen Qualifizierungsscheck gefördert. Die einzelnen Maßnahmen müssen jeweils innerhalb der Gültigkeitsdauer des Schecks (6 Monate nach Ausstellung) begonnen werden und zu ein und demselben Weiterbildungsziel passen.

Förderfähigkeit von Prüfungsgebühren
Förderfähig sind neben den Teilnahme- auch die Prüfungsgebühren der Qualifzierung sowie vorbereitende Maßnahmen (z. B. Feststellung praktischer Fertigkeiten), sofern sie vom  Anbieter mit einer Rechnung abgerechnet werden. Zahlt der Teilnehmende die Gebühren für die Externenprüfung direkt an die zuständige Stelle, kann die Externenprüfung über einen gesonderten Qualifizierungsscheck abgerechnet werden. Dies ist auch ohne vorherige Weiterbildungsmaßnahme möglich.

Fristen für die Abwicklung und Abrechnung

Zum Ende der aktuellen ESF-Förderperiode müssen festgelegte Fristen beachtet und eingehalten werden, damit ausgestellte Qualifizierungsschecks mit Weiterbildung Hessen e.V. abgerechnet werden können. Es ist wichtig, dass sowohl Bildungsanbieter als auch Beschäftigte und Arbeitgeber diese Fristen bei ihren Planungen berücksichtigen, beispielsweise bei der Konzeption von Nachqualifizierungsmaßnahmen.

Fristen für die Abwicklung der Qualifizierungsscheck-Förderung

  • Qualifizierungsschecks werden nur bis zum 31.12.2021 ausgestellt.
  • Die geförderten Maßnahmen bzw. Maßnahmen-Module oder Externenprüfungen müssen zwingend bis zum 30.06.2022 abgeschlossen sein. Es gibt keine Förderung durch den Qualifizierungsscheck über diese Frist hinaus. Weiterbildungen oder Externenprüfungen, die nach dieser Frist abgeschlossen werden, sind von der Förderung durch ProAbschluss ausgeschlossen.

Fristen für die Abrechnung von Qualifizierungsscshecks für Bildungsanbieter und Selbstzahler bei Externenprüfungen

  • Maßnahmen oder Externenprüfungen, die vor dem 31.05.2022 enden, müssen bis zum 30.06.2022 zur Abrechnung bei Weiterbildung Hessen e.V. eingereicht werden.
  • Maßnahmen, die erst im Juni 2022 enden, können bis zum 31.08.2022 mit Weiterbildung Hessen e.V. abgerechnet werden.